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Nur noch ein Jahr!
Blogeintrag vom 04.08.16

Es ist unglaublich. Clemente hat das 6. Semester erfolgreich gemeistert und das trotz Rückschlägen und schwierigen Umständen...

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Clemente will studieren - und tut es bereits. Dank euch!

Clemente - vom Volk der Shuar aus dem Amazonas - studiert Wirtschaft an der „Universidad Católica de Cuenca“ in Macas/Ecuador. Mit Hilfe derer, die hier in Deutschland wenige Euro übrig haben und seine Bildung unterstützen. Sei auch du dabei!

Bienvenido liebe Besucherin, lieber Besucher!

Profilfoto Inga

Ich heiße Inga Baldus und habe Betriebswirtschaftslehre in Alfter bei Bonn studiert. Zur Zeit mache ich eine Ausbildung zur Mediengestalterin.

Von 2010 bis 2011 habe ich ein Freiwilliges Soziales Jahr in Ecuador geleistet und dort Computerunterricht in einem indigenen Dorf gegeben.

Nun möchte ich meinem besten Schüler aus der damaligen Abschlussklasse dabei helfen, sein Studium zu finanzieren. Seine Familie ist sehr arm und kann ihn kaum unterstützen. Die Schule, an der ich gearbeitet habe, hat ein vergleichsweise niedriges Niveau, sodass er hart arbeiten muss, um an der Universität zu bestehen. Ich weiß aber, dass er sehr schnell lernt und eine echte Motivation hat.

Dieses Projekt liegt mir sehr am Herzen und ich würde mich freuen, wenn du Dich entscheidest, uns im Rahmen deiner Möglichkeiten zu unterstützen.

Lies gleich weiter unten Clementes Brief an die Spender. Danke!

Inga Baldus

Clementes Brief an die Spender

Profilfoto Clemente

Hallo,

Ich bin am 6. August 1993 geboren in der Gemeinde Putunts (Kreis Tutinentsa, Kanton Taisha, Provinz Morona-Santiago) in der östlichen Region Ecuadors. Mein Vater und meine Mutter sind Indigene, ich bin der zweitletzte Sohn von 11 Geschwistern. Ich bin geboren und aufgewachsen in einer Hütte, die mit Toquilla-Stroh gedeckt ist, mitten im Regenwald, wo das Einzige, das man hört, die Tiere und der Gesang der Vögel ist. Mein Dorf liegt 300 km - das ist eine halbe Stunde mit dem Flugzeug - von der Hauptstadt der Provinz entfernt.

In meinem Geburtsort habe ich die staatliche Grundschule Watin besucht, die ich als Klassenbester abgeschlossen habe. Die weiterführende Schule habe ich der Gemeinde Namakim besucht. Als ich mein Abitur mit der Spezialisierung Rechnungswesen gemacht habe, wurde ich ausgewählt als bester Schüler meines Jahrgangs bei der Ehrung an der der Nationalflagge.

Während meines Schullebens habe ich an verschiedenen Poesie-Wettbewerben teilgenommen. An freien Tagen habe ich meinem Vater geholfen, auf dem Land zu arbeiten und schon als kleiner Junge habe ich auf die Tiere aufgepasst. Mein Vater hielt sie, um die Kosten für meine Bildung tragen zu können. Aber es war nie genug. Mein Vater hat unglaublich viel gearbeitet, aber er wurde von den Behörden nie unterstützt um seine Produkte, die das Land erzeugt, zu vertreiben.

Clemente und seine Familie vor seinem Elternhaus
Clemente und seine Familie vor seinem Elternhaus

Meine Eltern haben mir immer eine positive Mentalität eingeschärft, jemand im Leben „zu werden“, großzügig und respektvoll zu sein. Außerdem brachten sie mir bei viel zu lernen, auch wenn ich dafür Opfer bringen muss, damit ich später ein Beispiel für meine Familie und für die zukünftigen Generationen sein kann.

Ich bin grade 20 Jahre alt und momentan wohne ich in Macas, der Hauptstadt meiner Provinz. Ich versuche mich mental darauf vorzubereiten, an der Universität Wirtschaft zu studieren und eine höhere Bildung zu erlangen. Mein Ziel ist es, mich akademisch vorzubereiten um meinem Volk zu dienen. Leider verfüge ich im Moment über keinerlei finanzielle Mittel - nicht einmal das Nötigste - um mein Studium an der Universität zu bezahlen. Auch mein Vater hat nicht genug Mittel um mein Studium zu unterstützen.

Ich möchte mich professionell vorbereiten mit dem Ziel, meinem Volk und meinem Land zu dienen, mit den Erfahrungen, die ich mache, und den Opfern, die ich im Leben bringe. Viele junge Leute, Männer und Frauen, wollten eine höhere Bildung erlangen, aber sie konnten nicht, weil ihnen die finanziellen Mittel fehlten. Wenn ich meinen Abschluss habe, möchte ich eine Führungsrolle in meiner Provinz einnehmen und Projekte in der Landwirtschaft und Produktion realisieren. Gerne würde ich auch Stipendien an die besten Schüler vergeben, die aus ähnlichen Verhältnissen stammen wie ich. Außerdem möchte ich Möglichkeiten schaffen, die finanzielle Situation meiner Familie zu verbessern.

So könnten wir schrittweise die Bildung in den indigenen Dörfern verbessern und sie hätten die Möglichkeit an der Gesellschaft und an der Welt teilzunehmen.

Ich werde sehr dankbar sein für die Unterstützung der großzügigen Personen in der Welt und eines Tages – wenn Gott will – wenn ich mein Studium beendet habe, hätte ich die Möglichkeit Ihnen in der gleichen Form zu danken. Ich könnte weiterhin etwas beitragen für die Menschen in der ganzen Welt, die es brauchen.


Clemente Wisum, 10.04.2013
(Übersetzung : Inga Baldus)